Land Leases
Ein Lease ist in den USA ein zeitlich begrenztes, gebietsbezogenes Ausbeutungsrecht.
Leases können als eigenständige Vermögensgegenstände verstanden werden. Sie werden gehandelt und ihr Wert entwickelt sich entsprechend der Rohstoffnachfrage und der zum Lease gehörenden Öl- beziehungsweise Gasreserven.
Trennung zwischen „surface rights“ und „mineral rights“
Die Eigentumsrechte in den USA trennen zwischen Oberflächenrechten („surface rights“) und Bodenrechten unterhalb der Oberfläche bis zum Erdmittelpunkt. Die Eigentümer der Oberfläche müssen nicht mit den Eigentümern des Untergrunds („mineral rights“) identisch sein. Das „mineral right“ am Untergrund ist ein eigenständig eingetragenes und vererbbares Recht. Der Eigentümer des „mineral rights“ hat das Recht, ein in der Regel zeitlich begrenztes Lease für die Ausbeutung des Bodens an Dritte zu vergeben.
Vergabe von Leases an Erschließungsunternehmen
Für die Erschließung der Bodenschätze fehlen den Eigentümern der „mineral rights“ jedoch meist das notwendige Kapital und Know-how. Sie können deshalb einem Erschließungsunternehmen ein zeitlich und räumlich (auch in der Tiefe) begrenztes Recht zur Bodenuntersuchung für Öl- und Gasvorkommen erteilen.
Dafür erhält er als Leasegeber nicht nur eine einmalige Kompensation – er profitiert auch dauerhaft von den Erträgen der Quellen der von ihm vergebenen Leases. Diese Ertragsbeteiligungen heißen Royalties und sind vorrangig zu bedienen. Die Höhe der Royalties differiert erheblich je nach Wert der Leases. Sie wird in vielen Fällen direkt mit den Landeigentümern verhandelt und reicht von zirka zehn Prozent aller Bruttoerträge bis hin zu 30 Prozent in sehr attraktiven Gebieten.
